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inspiration

Heft 4.20 · fremd

Editorial

Sr. M. Ancilla Röttger osc

Sich selbst fremd?

Geistliche Begleitung

Hildegard Scherer

Befreiend und fordernd

Pfr. Dr. Detlef Lienau

Pilgern: Sich fremd gehen

Milieufremdheit in der Kirche

Sebastian Baer-Henney

Wer sind die Fremden?
Oder: Der Wunsch nach der Beherrschbarkeit Gottes

Gabriele Viecens

Wenn der Geist nicht nur im Althergebrachten weht

Prof. Dr. Burkhard Liebsch

An den Grenzen der Verrechtlichung gastlichen Lebens

Joana Epping

Inspiring Mornings – Die Kunst der Unterbrechung

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im letzten Heft hat die Begegnung mit verschiedenen Künsten inspiriert. Nicht selten begegnet uns in Künsten etwas, das wir nicht gleich einordnen, nicht gleich verstehen, nicht gleich ganz erfassen können. Etwas Fremdes.

»Fremd« ist dabei ein changierender Begriff. Gemeint ist das, was vom Vertrauten abweicht, das uns ungeplant widerfährt, das beängstigt, in Frage stellt und zur Improvisation nötigt – kurz: die Begegnung mit Fremdem ist eine Grenzerfahrung. Zugleich sind es Erfahrungen des Fremden, die Neues entstehen lassen; kreative Antworten ermöglichen; den Horizont weiten.

In der biblischen Tradition erscheint der Umgang mit Fremden und mit dem Fremden von besonderer Bedeutung, an der sich ›Glauben‹ zeigt: »Der Herr beschützt die Fremden« (Ps 146,9); »Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen« (Mt 25,35). Wie wir mit Fremdem und den Fremden umgehen, daran zeigt sich unsere Haltung.

Hier liegt ein Heft in Ihren Händen, das verschiedene Aspekte beleuchtet: der Umgang mit dem Fremdwerden des eigenen Körpers; biblische Erfahrungen des Fremden und die Bedeutung des Fremden für den Gottesbegriff; Pilgern als »sich-selbst-fremd-gehen«; Milieufremdheit in der Kirche; Fremde und die Grenzen der Verrechtlichung der Gastfreundschaft und das inspirierend Fremde.

Ich wünsche Ihnen ein inspirierendes Lesevergnügen.

Ihre

Clarissa Vilain