Details

Inspiration 1/2019


Inspiration 1/2019

Mein Gott
1. Aufl.

von: Maria Gondolf, Echter Verlag

7,99 €

Verlag: Echter
Format: PDF
Veröffentl.: 29.04.2019
ISBN/EAN: 9783429050580
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 52

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Das Wort Gott mit all seinen Fassetten ist vielen fremd geworden oder es ist für sie gänzlich überflüssig. Zu verjenseitigt und personal(istisch) den einen, zu verklebt mit Angst- und Gewaltgeschichten und zudem mit Kirchengeruch anderen. Wieder anderen Inbegriff größter Hoffnung und Adressat aufrichtigen Betens. Schon das eigene Leben nötigt hier zur Klärung. So galt es auch für dieses Heft, Eingrenzungen vorzunehmen und einen einzigen Blickpunkt in
den Blick zu nehmen: Mein Gott.
Natürlich ist jede Mehrdeutigkeit gewollt, die Vielfalt der Leserschaft und den Reichtum unterschiedlicher Erfahrungen im Blick. Schon das Wort »Gott« ist vielen abhandengekommen oder wird ausdrücklich abgelehnt: »o Gott«, jetzt doch wieder ein Heft mit diesem Thema. Aber gehen wir mutig davon aus, dass dieses umstrittene Wort selbst als Leerstelle noch sinnvoll bleiben und werden kann. »Das ist das Verderbliche an diesem Wort, das so oft als Antwort
gebraucht wird. Er hätte einen Namen haben müssen, der wie eine Frage klingt.« So eine Figur im Roman »Rituale« von C. Nooteboom.
»Mein Gott« - diese Formulierung hat denselben Status wie »mein Mann« oder »meine Wohnung«. Sie signalisiert Zugehörigkeit, Verbundensein und Beziehung, ja Intimität. Das Possessivpronomen hat im Raum zwischenmenschlicher Beziehungen mindestens zwei Lesarten. Symbiotisch ist es ein Besitzverhältnis verwickelter (wörtlich: verwachsener) Art: Partner oder Partnerin werden als Eigenbesitz betrachtet, als Verlängerung des Ego zwecks Lebenserhalt. Entsprechend war und ist es die Gefahr aller Religionen und Kirchen, Gott als Privatbesitz zu betrachten und, gegen andere für sich behalten zu wollen. Von Liebe dagegen im Unterschied zu solcher Symbiose ist erwachsen(d) erst dann zu sprechen, wenn Freiheit und die Lust am Unterschied im Spiel ist, am Bejahen der Anderen als Anderen: ich brauche dich nicht, aber ich will dich brauchen, und so bist Du mein und Ich dein.
So beziehungsstark lernen und lehren Bibel und Mystik von und mit Gott zu reden. Der biblische Gott gewinnt Name und Gesicht in Beziehungen und aufgrund von Geschichte(n). Er ist der Gott Abrahams und Saras, der Gott Israels und Rebekkas, der Gott Jesu Christi. Die originelle Gottesrede, die Jesus praktiziert und empfiehlt, verstärkt diese Intimität der Beziehung: »Abba, mein Vater« - und das direkt neben der Überlebensfrage: »Mein Gott, mein Gott, warum hast mich verlassen«. Gottesbeziehung und Selbstwerdung gehören untrennbar zusammen. So mögen die Beiträge dieses Heftes anregend sein für die Frage: »Was tue ich, wenn ich - bejahend oder bestreitend - Gott sage?«
Maria Gondolf, Dipl. Theologin, Berufserfahrung im Bildungsbereich.

Diese Produkte könnten Sie auch interessieren:

Wie betest du?
Wie betest du?
von: Vitus Seibel
PDF ebook
10,99 €
Martin Luther und Ignatius von Loyola
Martin Luther und Ignatius von Loyola
von: Christiane Brendel, Adelheid Wenzelmann
PDF ebook
10,99 €
Der Sehnsucht Raum geben
Der Sehnsucht Raum geben
von: Paulin Link
EPUB ebook
7,99 €